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Grundwasserverunreinigungen durch Industriechemikalien „PFAS“ in Leonding, Pasching und Hörsching

Im Rahmen eines Grundwasser-Sondermessprogramms des Landes Oberösterreich wurden Ende 2022 PFAS-Verunreinigungen im Bezirk Linz Land festgestellt. Die festgestellten Werte lagen über einem künftig geltenden Grenzwert.

Inzwischen hat sich herausgestellt, dass PFAS-haltige Löschschäume, die im Rahmen der vorgeschriebenen Flugnotfallübungen in der Vergangenheit eingesetzt wurden, die Hauptursache für die PFAS-Verunreinigungen sein dürften.

Der Linzer Flughafen arbeitet eng mit den zuständigen Behörden zusammen und wird alle weiteren Maßnahmen an dieser Stelle transparent kommunizieren.   

 

Jänner 2024

Industriechemikalie PFAS

Mit PFAS werden Industriechemikalien bezeichnet, die seit Jahrzehnten bei der Herstellung von unzähligen Produkten im Einsatz sind. PFAS ist eine Abkürzung für per- und polyfluorierte Alkylsubstanzen. Vor allem aufgrund ihrer wasser-, fett- und schmutzabweisenden Eigenschaften wurden PFAS zur Produktion von Textilien, Skiwachsen, Pestiziden, Feuerlöschmitteln und vielen anderen mehr eingesetzt.

In Chemikaliendatenbanken sind etwa 5000 PFAS-Substanzen registriert, von der aktuellen Definition der OECD (Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung) sind sogar etwa 6 Millionen Substanzen umfasst. Mögliche Gesundheitsschädigungen werden erst seit kurzer Zeit mit dem Einsatz und Eintrag mit der Chemikaliengruppe in Verbindung gebracht.

Sondermessprogramme PFAS

Ein Sondermessprogramm für einzelne Substanzen aus der PFAS-Gruppe im Jahr 2019 zeigte für Oberösterreich noch keine auffälligen Messergebnisse.

Aufgrund von Verdachtsfällen an anderen europäischen Flughäfen, bei denen die Verwendung von PFAS-haltigen Löschschäumen zu Verunreinigungen geführt hat, wurde der Flughafen Linz im August 2022 in das Verdachtsflächenkataster für Altlastensanierungen aufgenommen.

Nach einem weiteren und detaillierten Messprogramm des Landes Oberösterreich im Jahr 2022 wurde man auf mögliche Verunreinigungen im Bezirk Linz-Land aufmerksam. Diese Ergebnisse führten zu genaueren Beprobungen rund um den Linzer Flughafen. Die Resultate zeigten Überschreitungen des künftig geltenden Grenzwertes.  Da ein Zusammenhang mit der Verwendung von Löschschäumen bestehen könnte, hat die Bezirkshauptmannschaft Linz-Land Detailuntersuchungen an mehreren Standorten in Auftrag gegeben. Bei diesen Untersuchungen wurden PFAS-haltige Löschschäume, die in der Vergangenheit am Flughafen eingesetzt wurden, als Hauptursache für die festgestellten Verunreinigungen ermittelt. Der Einsatz der Löschmittel war zum Zeitpunkt der Verunreinigung nicht verboten und für gewisse Brandarten sogar vorgeschrieben. Im Laufe der Jahrzehnte haben die Löschmittel-Hersteller ihre Produkte aufgrund neuer wissenschaftlicher Erkenntnisse immer wieder modifiziert. Deshalb wurden auch am Linzer Flughafen Löschschäume regelmäßig getauscht. Im Jahr 2022 wurde der letzte Löschschaumwechsel durchgeführt. Das derzeitig eingesetzte Löschmittel enthält die geringstmögliche Konzentration und ist nahezu PFAS-frei.  Die behördlich vorgeschriebenen Flugnotfallübungen am Flughafen werden seit einigen Jahren nur noch mit Wasser durchgeführt.

Weiteres Vorgehen  

Der Linzer Flughafen arbeitet sehr eng mit den zuständigen Behörden zusammen.
Im Vordergrund stehen Maßnahmen, die kurzfristig umgesetzt werden können, um eine weitere Verunreinigung des Grundwassers hintanzuhalten. Zudem strebt der Flughafen die Sanierung der betroffenen Flächen im Rahmen des Altlastensanierungsgesetzes an. Die Landesregierung Oberösterreich wird den Flughafen dabei unterstützen, eine möglichst hohe Priorisierung durch die Altlastensanierungskommission zu erhalten. Das Bundesumweltamt hat den Flughafen bereits darüber informiert, dass weitere Beprobungen am Flughafen Linz durchgeführt werden.

Der Flughafen wird die weiteren Schritte und aktuelle Informationen kommunizieren. Zudem eine „Fragen und Antworten-Rubrik“ zum Thema PFAS bereitstellen, die sukzessive erweitert wird.

 

Juni 2024

Aufgrund der Erkenntnisse am Salzburger Flughafen und an anderen europäischen Flughafenstandorten wurde der Flughafen Linz 2022 in den Verdachtsflächenkataster für Altlasten gemäß Altlastensanierungsgesetz aufgenommen.

Das zuständige Umweltbundesamt hat das Salzburger Unternehmen GWU Geologie-Wasser-Umwelt GmbH mit der Projektleitung in Linz beauftragt.

Anfang des Monats wurde damit begonnen, erste Untersuchungen durchzuführen.

Im Rahmen des Projektes werden Bodenproben entnommen sowie Maßnahmen umgesetzt, die ein Grundwassermonitoring am Flughafen Linz ermöglichen.

Mit diesen Untersuchungen soll festgestellt werden, ob ein Sanierungsbedarf am Linz Airport besteht. 

Es ist davon auszugehen, dass sich die Untersuchungen über einige Monate erstrecken werden.