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Luftfahrt Knowhow

Luftfahrt ABC

Die Gebrüder Wright, Antoine de Saint-Exupéry, Elly Beinhorn, Charles Lindberg, Amelia Earhart…, alles berühmte Namen aus den Anfängen der Luftfahrt. Seitdem hat sich allerdings vieles verändert. Vorbei ist die Zeit der Romantik und Abenteuer, der Hauch von Glamour und des Exotischen. Zum Glück sind aber auch die technischen Unzulänglichkeiten der damaligen Flugzeuge Geschichte.  
Historisch bedingt wurde Englisch zur Sprache der Luftfahrt. Die meisten Fachbegriffe und Abkürzungen haben deshalb dort ihren Ursprung. Als Fluggast betreffen einen die meisten Begriffe nicht, aber ab und zu möchte man doch wissen, was sich hinter dem einen oder anderen Ausdruck verbirgt, den man auf einer Flugreise aufschnappt. Ein paar lustige oder auch wichtige Begriffe möchten wir in diesem Blog erklären.  
 

Wer mehr wissen möchte, ein umfassendes Luftfahrt-ABC ist hier zu finden. 

Belly 

Was im Englischen so niedlich klingt, ist nichts anderes als der wortwörtlich übersetzte Bauch, also in unserem Fall der Laderaum des Flugzeuges.  


Boarding Time 

Die Boarding Time ist der Zeitpunkt, ab dem mit dem Einsteigen in das Flugzeug begonnen wird. Diese ist auf der Bordkarte vermerkt und liegt ca. 20 Minuten (abhängig vom Flugzeugtyp) vor der Abflugzeit. Bei Passagieren, die wenig Flugerfahrung haben, kann es zu Missverständnissen kommen, wenn diese mit der tatsächlichen Abflugzeit verwechselt wird. Bei einem zu späten Eintreffen kann es leider durchaus passieren, dass Passagiere nicht mehr mitgenommen werden können, da das Flugzeug bereits geschlossen ist und die Besatzung die letzten Vorbereitungen für den Flug trifft.  Gerade in der Anonymität von Großflughäfen passiert das öfters als man denkt. 

Clear Air Turbulence 

Im Volksmund auch Luftlöcher genannt. Natürlich gibt es in der Atmosphäre keine Löcher in der Luft. Der Name kommt daher, weil durch solch eine Luftverwirbelung binnen kurzer Zeit starke Auf- und Abwinde aufeinandertreffen, die im schlimmsten Fall ein Flugzeug plötzlich einige Meter absacken lassen können. Leider sind diese Verwirbelungen nicht über das Wetterradar für die Piloten erkennbar. So schlimm so eine Turbulenz auch sein kann, die Konstruktion eines Flugzeuges ist darauf ausgelegt, solche Abwinde ohne größeren Schaden zu überstehen. Um Verletzungen zu vermeiden, gilt der Rat, während des Fluges immer angeschnallt sitzen zu bleiben. 

 

Cross Check  

Diese Anweisung des Piloten an seine Crew wird sicher jeder, der schon einmal geflogen ist, gehört haben. An alle Eishockey Fans, keine Sorge, hier wird keiner gefoult! In der Fliegersprache bedeutet die Aufforderung zum „Cross Check“ an die Kabinenbesatzung, gegenseitig zu kontrollieren, ob alle Crewmitglieder ihre zugeteilten Aufgaben für die Startvorbereitung richtig erledigt haben. 
 

ILS 


Instrument Landing System; In den Anfängen der Luftfahrt wurde rein auf Sicht geflogen. Um aber auch bei schlechten Wetterbedingungen sicher fliegen und vor allem auch landen zu können, wurden im Laufe der Zeit spezielle Sende-/Empfangsanlagen entwickelt, damit Flugzeuge auch bei eingeschränkter Sicht sicher navigieren können.  Das daraus entwickelte Landeanflugssytem wird, abhängig von der Sichtweite im Bereich des Landeanfluges, in verschiedene Kategorien eingeteilt.  Wobei der derzeit höchste technische Standard als „Cat IIIb“ bezeichnet wird und sogar vollautomatische Landungen bei null Sicht ermöglichen würde. Am Flughafen Linz verfügen wir als einziger Bundesländerflughafen über ein Instrumentenlandesystem für beide Anflugrichtungen. Für Anflüge aus dem Westen über die Kategorie Cat I und für Anflüge von Osten kommend sogar über den höchsten Standard, Cat IIIb.  

 

Jet Stream 

Jet Streams sind sich dynamisch verlagernde Starkwindbänder in der Atmosphäre. Diese Winde können Geschwindigkeiten von über 500 km/h erreichen. Weht der Jetstream in die richtige Richtung, nutzen ihn Piloten als Rückenwind und können somit Zeit und Treibstoff sparen. Unangenehmer wird es, wenn der Jetstream sich als Gegenwind bemerkbar macht. Hier kann man nur versuchen, nach Möglichkeit eine andere Flugroute zu wählen. Wenn das nicht möglich ist, bemühen sich Piloten, sich möglichst am Rande des Jetstream zu halten. Hier sind die Windgeschwindigkeiten deutlich geringer. Für Passagiere kann sich das durch einen zeitweise etwas unruhigeren Flug bemerkbar machen. Auch die sogenannten Clear Air Turbulenzen treten eher in diesen Bereichen auf. 

 


Jump Seat 

Sessel für Kinder im Flugzeug, auf dem sie herumhüpfen können? Nein, natürlich nicht! Jump Seats gibt es im Flugzeug im Cockpit und in den Küchenbereichen, den sogenannten Galleys. Das sind reine Notsitze und der Begriff kommt daher, dass man von einem Jump Seat immer wieder aufstehen muss, weil ein Besatzungsmitglied, z.B. für den Bordservice vorbei muss.   

 

Kiss and Fly 

Damit sind nicht die Schmetterlinge im Bauch gemeint, die manch einer nach einem Kuss bekommt. Aber ab und zu bleibt auch in der Luftfahrt doch noch etwas Zeit für Romantik. Als Kiss & Fly werden auf manchen Flughäfen die KFZ-Haltebereiche bezeichnet, die nur für das schnelle Aussteigen lassen der Passagiere direkt vor einem Terminal reserviert sind. Bei uns am Linz Airport geht es zum Glück von vornherein etwas gemütlicher zu. Deshalb benötigen wir auch keine extra ausgewiesenen Haltebereiche für Autos, um seine Liebsten nochmals vor dem Abflug drücken zu können. 
 

 
Push Back 

Zurückschieben. Auf vielen großen Flughäfen parken Flugzeuge, aus Platzgründen und um das Einsteigen mittels Fluggastbrücken zu ermöglichen, mit der Schnauze direkt vor dem Terminal. Da Flugzeuge, wenn überhaupt, nur sehr schwer rückwärts rollen können, werden sie deshalb mit einem speziellen Schleppfahrzeug rückwärts aus der Parkposition geschoben. Dieser Vorgang nennt sich push back. 

Ramp 

Die „Ramp“ ist nichts anderes als das Vorfeld, also der Bereich, auf dem die Flugzeuge parken. Hier gibt es dann auch noch das Ramp-Handling, also die Abfertigung des Flugzeuges und den Ramp Agent. Damit ist die Person gemeint, die dabei die Vorgänge überwacht und im Kontakt mit den Piloten steht. 
 

Slot 

So wird das Zeitfenster für den Start oder die Landung auf einem Flughafen genannt. Auf großen Flughäfen, aber auch auf zahlreichen typischen Ferienflughäfen starten und landen die Flugzeuge in Spitzenzeiten tatsächlich fast im Minutentakt. Um zu verhindern, dass plötzlich zahlreiche Flugzeuge zur gleichen Zeit einen Flughafen anfliegen und landen wollen, werden sogenannten Slots vergeben. Das heißt, das Flugzeug bekommt eine Landezeit zugewiesen und muss dann pünktlich zu diesem Zeitpunkt im Anflug auf den Zielflughafen sein.  

 

UNMR 

Speziell auf großen internationalen Flughäfen sieht man von Zeit zu Zeit Kinder mit einer Art “Umhängetasche”, auf der groß „UNMR“ steht und das ausgefüllte Betreuungsformular der jeweiligen Airline enthält, durch das Flughafengebäude wandern. UNMR ist die Abkürzung für „Unaccompanied Minors“ und bedeutet: „unbegleitete Minderjährige“. Der Grund dafür ist, dass Kinder unter zwölf Jahren nur gemeinsam mit einer Begleitperson, die mindestens 16 Jahre sein muss, fliegen dürfen. Da dies manchmal für Familien nicht möglich ist, bieten Fluglinien für Kinder zwischen fünf und zwölf Jahren diesen speziellen UNMR Service an.  
 
 

Viele Begriffe aus der Luftfahrt wie beispielsweise Terminal, Jetlag oder Airport werden heute ganz selbstverständlich als sogenannte Anglizismen im deutschen Sprachgebrauch verwendet.  
Wer aber noch den einen oder anderen Fachbegriff aus der Welt der Luftfahrt erklärt haben möchte, kann hier nachschlagen.