Lange Zeit galt es als Mythos, dass Menschen überhaupt fliegen können. Nun gibt es zahlreiche Mythen, die sich um die Fluggeräte drehen, die den damaligen Irrglauben, dass der Mensch immer am Boden festgesetzt ist, widerlegt haben. Diese ranken sich um Essen, Sitzreihen und um andere Geschehnisse rund um den fliegenden Menschen und deren "Hilfsmittel”. In diesem Blog zeigen wir, dass manche Ängste oder Sorgen völlig unbegründet sind und klären darüber auf, warum Tomatensaft in luftiger Höhe so gut ist, aber Kaffee im Flugzeug einfach nicht schmeckt. Hier erzählen wir die Geschichten hinter bekannten Flugmythen und zeigen, wie sicher Fliegen heutzutage in Wirklichkeit ist.
Mythen rund um Essen und Trinken im Flugzeug
Wer schon einmal eine Flugreise unternommen hat, dem ist es vielleicht auch aufgefallen: Unser Geschmacks- und Geruchssinn ist im Flugzeug etwas verwirrt. Grund dafür ist der niedrige Luftdruck in der Kabine. Im Inneren eines Flugzeugs herrscht eine Luftatmosphäre, wie sie auf der Erde auf 2.000 bis 3.000 Höhenmeter zu finden ist. Dies bedeutet einen bereits deutlich niedrigeren Sauerstoffgehalt, im Vergleich zur gewohnten Umgebung, für die meisten Passagiere. Dadurch werden auch die Geruchs- und Geschmacksnerven mit weniger Sauerstoff versorgt. Auf das bittere oder saure Geschmacksempfinden hat dies keinen Einfluss, aber Süßes wird zu 15-20% weniger herausgeschmeckt und auch Salziges wird um 20-30% verringert wahrgenommen. Das hat zur Folge, dass Kaffee zu bitter, Wein zu sauer, Essen zu langweilig aber Tomatensaft fruchtig und erfrischend wirkt, den am Boden sonst eher als zu salzig und süß empfinden. Diese Geschmacksverwirrung stellt eine große Herausforderung für die Küchenchefs der verschiedenen Airlines dar, vor allem da viele First- oder Businessclass Passagiere hohe Erwartungen haben. Die Lösung für dieses Problem ist, dass Flugzeuggerichte immer unter Bordbedingungen kreiert und getestet werden. Persönlich kann man sich beim nächsten Flug damit abhelfen, dass man einfach den Kaffee etwas mehr süßt oder auch einmal dem Tomatensaft eine Chance gibt.
Das Innere des Flugzeugs und seine Mythen
Die Innenausstattung lässt zwar oftmals nicht viel Platz für das Ausstrecken der Beine, jedoch findet sich hier umso mehr Raum für Aberglaube.
Klimaanlage als Virenschleuder
Eine sichere Umgebung stellen Flugzeuge auch in Zeiten von Grippe- und Verkühlungswellen dar, denn der Mythos der „keimespuckenden Klimaanlage“ ist vollkommen falsch. Die Luft im Inneren von Flugzeugen ist zwar etwas trockener, aber sie wird sorgfältig gefiltert und gereinigt. Ähnlich wie in sterilen Operationssälen werden spezielle Luftfilter benützt, welche die gebrauchte Luft reinigen, mit frischer Luft vermengen und wieder in den Kabinenraum schleusen. Dabei werden jegliche Keime, Bakterien oder Viren abgetötet. Gegen die kühle und trockenere Luft kann man sich am besten mit einem Schal und viel Trinken schützen. Einzig und alleine vor Tröpfcheninfektionen durch Sitznachbarn kann die Klimaanlage nicht bewahren. Deshalb gibt es bei jeder Fluglinie sorgfältig ausgearbeitete Hygienekonzepte, die Fliegen auch in Zeiten von ansteckenden Viren sicher machen.
Der Mythos der Toilettenentleerung während des Flugs
Angst braucht man auch nicht vor unhygienischen Abfällen aus der Luft zu haben. Auch das Entleeren der Toiletten in der Luft ist und bleibt einer von vielen Flugmythen. Die Toiletteninhalte werden direkt in einen Tank an Bord gepumpt, der ausschließlich am Boden geleert wird. Sollte dennoch einmal eine Dichtung nicht mehr ganz schließen, so würden die ausgetretenen Abfälle direkt am Rumpf des Flugzeugs anfrieren, da die Umgebungstemperatur so niedrig ist. Das blaue Eis, aufgrund des beigemengten Desinfektionsmittels, würde erst bei der Landung langsam auftauen.
Flugmythen rund um die Sicherheit in der Luft
Es gibt noch einige weitere Flugmythen, die aus Sorgen oder Ängsten entstanden sind und durch Hollywood-Filme oder die Medien immer wieder thematisiert wurden.
Der Sog durch kaputte Fenster oder das Öffnen von Flugzeugtüren
In einer Vielzahl von Actionfilmen werden Horrorszenarien von herausgesprengten Flugzeugfenstern gezeigt, durch welche Menschen nach draußen gesogen werden. Diese Ängste sind zwar berechtigt, jedoch sehr unrealistisch. Der Druck im Inneren der Kabine ist zwar niedriger als am Boden, jedoch deutlich höher als in der Umgebung des Flugzeugs. Dadurch würde im Falle einer zerbrochenen Scheibe tatsächlich ein Sog entstehen, dieser wäre jedoch nicht so groß, dass Menschen durch die kleinen Passagierfenster gesogen werden könnten. Bei einer offenen Flugzeugtüre jedoch, würde sich der Druck binnen kürzester Zeit angleichen. Ein sonderlich langanhaltender Sog wäre hier nicht das Problem, viel mehr würde es zu diversen körperlichen Unannehmlichkeiten, aufgrund des niedrigen Luftdrucks, Sauerstoffgehalts und der eiskalten Temperaturen, kommen. Eine sofortige Notlandung wäre in diesem Fall unumgänglich.
Gleichzeitig handelt es sich jedoch bei der Möglichkeit einer Türöffnung während des Flugs wieder um einen Mythos. Um eine Flugzeugtür in der Luft zu öffnen, müsste man einige Hürden überwinden. Zum einen müsste man das gesamte Bordpersonal, das für die Sicherheit zuständig ist, überwältigen und zum anderen wohl unmenschliche Kräfte besitzen. Durch die Konstruktion der Tür, die nach innen zu öffnen und luftdicht verriegelt ist, durch die unterschiedlichen Druckverhältnisse von außen und innen, sowie durch die Luftströmung, aufgrund der Reisegeschwindigkeit des Flugzeugs, müsste man in etwa das Gewicht einer Tonne ziehen, um die Tür tatsächlich während des Flugs öffnen zu können.
Handys an Bord
Muss man wirklich Angst haben, dass das Flugzeug abstürzen könnte, wenn der Sitznachbar sein Mobiltelefon nicht in den Flugzeugmodus stellt? Nein, auch das ist ein Mythos, jedoch einer, der nicht ganz unbegründet ist. Die Regelungen des Ausschaltens der mobilen Geräte stammt noch aus einer Zeit, in der es keine Smartphones oder Tablets gab und auch die Geräte in Flugzeugen empfindlicher waren. Mittlerweile ist die Bordelektronik so gut, dass sie von keinem Handysignal gestört werden kann. Es gibt aber dennoch gute Gründe die mobilen Geräte, vor allem während dem Start und der Landung, in den Flugmodus zu setzen. Es kann durchaus zu unangenehmen Störsignalen in den Kopfhörern der Piloten kommen, vor allem von Handys, die sich in der Nähe des Cockpits befinden. Dies würde zwar nicht zu einem Absturz führen, stellt aber ein unnötiges Risiko dar. Böse Überraschungen können auch durch das Datenvolumen erzeugt werden, denn innerhalb des Flugzeugs gilt zum Beispiel die EU-Roaming-Verordnung nicht, was zu hohen Kosten führen kann. Sicherer ist in so einem Fall das oft bereits angebotene W-Lan der Fluglinien zu nutzen. Seinen Mitreisenden zuliebe sollte man vor allem lautes Telefonieren vermeiden und auch die Signaltöne leise stellen. Am besten ist es jedoch trotzdem, das Handy in den Flugmodus zu versetzen und mit einem guten Buch die seltene Offline-Zeit zu nutzen.
Es zeigt sich also, dass Flugzeuge tatsächlich so konstruiert sind, dass sie nicht unbegründet als statistisch gesehen sicherstes Verkehrsmittel zählen. Viele Sorgen oder Ängste, die oftmals weit verbreitet sind, stellen sich im Endeffekt als reine Flugmythen heraus. Mehr Informationen darüber, wieso die Sicherheit gerade beim Fliegen so hoch ist, kann man auch hier nachlesen